
Wenn der Kieferschmerz Teil eines größeren Rätsels ist
Patienten mit Fibromyalgie – einem Syndrom, das durch chronische Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, Erschöpfung und Schlafstörungen gekennzeichnet ist – leiden überdurchschnittlich häufig an einer CMD. Lange Zeit wurden diese Symptome getrennt betrachtet, doch die moderne Schmerzforschung zeigt: Beide Erkrankungen teilen sich oft eine gemeinsame Ursache, die Zentrale Sensibilisierung.
Das Gehirn als Schmerzverstärker
Bei der zentralen Sensibilisierung ist die Schmerzverarbeitung im Gehirn und Rückenmark gestört. Reize, die normalerweise harmlos sind, werden als Schmerz interpretiert. Ein minimaler Fehlbiss, der bei gesunden Menschen keine Probleme bereitet, löst bei Fibromyalgie-Patienten heftigste CMD-Reaktionen aus. Der Kiefer ist hierbei oft nur eine Station in einem körperweiten Schmerzgeschehen.
Therapieansätze für Schmerzpatienten
Eine klassische Schienentherapie muss bei diesen Patienten besonders vorsichtig durchgeführt werden. Da das System extrem empfindlich reagiert, können zu massive Korrekturen die Schmerzen sogar verschlimmern. Hier steht die sanfte Regulation des Nervensystems im Vordergrund. Multimodale Schmerztherapien, die Physiotherapie, Psychologie und sanfte Bewegung kombinieren, erzielen hier die besten Erfolge.
Woran Sie den Zusammenhang erkennen
- Wandernde Schmerzen im ganzen Körper.
- Extreme Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung.
- Kieferschmerzen, die phasenweise mit Fibromyalgie-Schüben auftreten.
- Ausgeprägte Morgensteifigkeit im Kiefer und in den Gelenken.
