
Der ganzheitliche Blick auf das Kausystem
Die Osteopathie betrachtet den Menschen als untrennbare Einheit. In der CMD-Therapie spielt vor allem die Craniosacrale Osteopathie eine zentrale Rolle. Hierbei geht es um die feine Beweglichkeit der Schädelknochen (Cranium) und deren Verbindung zum Kreuzbein (Sacrum) über die Rückenmarkshäute. Da das Kiefergelenk ein Teil des Schädels ist, haben Spannungen in weit entfernten Körperregionen – wie etwa dem Becken oder dem Zwerchfell – direkten Einfluss auf Ihren Biss.
Faszien: Das verbindende Netzwerk
Faszien umhüllen jeden Muskel und jedes Organ. Bei CMD-Patienten finden sich oft Verklebungen in den tiefen Faszienzügen des Halses oder des Brustkorbs. Ein Osteopath sucht nicht nur dort, wo es wehtut, sondern dort, wo die Bewegung eingeschränkt ist. Durch sanfte Griffe werden diese Blockaden gelöst, was oft zu einer sofortigen Verbesserung der Mundöffnung führt. Besonders nach Zahnoperationen oder Unfällen sind solche faszialen Behandlungen essenziell, um die Narbenbildung und daraus resultierende Spannungen zu minimieren.
Die Zusammenarbeit von Zahnarzt und Osteopath
Während der Zahnarzt mit einer Schiene die „Hardware“ (den Biss) korrigiert, kümmert sich der Osteopath um die „Software“ (die muskuläre und fasziale Spannung). Ohne die osteopathische Vor- oder Begleitbehandlung kann es passieren, dass der Körper die neue Bissposition der Schiene nicht akzeptiert und mit verstärktem Knirschen reagiert.
Typische osteopathische Ansätze bei CMD
- Mobilisation der Kopfgelenke: Lösung von Blockaden zwischen Schädel und erstem Halswirbel.
- Zwerchfellentspannung: Stress wirkt sich oft auf die Atmung aus, was wiederum die Nackenmuskulatur anspannt.
- Lösung intraoraler Spannungen: Sanfter Druck auf die Kaumuskulatur von innen, um tiefsitzende Blockaden zu erreichen.
