
Schlafhygiene für Kieferpatienten: Wie man sich „locker“ bettet
Wachen Sie morgens oft mit einem verspannten Kiefer, Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit auf? Dann findet Ihre CMD-Problematik nachts ihren Höhepunkt. Neben dem nächtlichen Knirschen spielt die Schlafposition und die Bettausstattung eine entscheidende Rolle. Wer falsch liegt, bringt seine Halswirbelsäule in eine Dauerrotation, die sich unmittelbar auf den Kiefer überträgt.
Die Bauchlage: Gift für den Kiefer
Schlafen auf dem Bauch gilt unter CMD-Spezialisten als die ungünstigste Position. Da man den Kopf zur Seite drehen muss, um zu atmen, wird die HWS extrem verdreht. Der Unterkiefer wird durch das Eigengewicht des Kopfes zur Seite geschoben, was einen enormen Druck auf das Kiefergelenk ausübt. Wer unter CMD leidet, sollte versuchen, sich auf die Rücken- oder Seitenlage umzugewöhnen.
Das richtige Kissen finden
Ein Kissen sollte den Raum zwischen Kopf und Matratze so ausfüllen, dass die Wirbelsäule eine gerade Linie bildet. Zu hohe Kissen knicken den Nacken ab, zu flache lassen ihn durchhängen. Bei CMD haben sich Nackenstützkissen aus viskoelastischem Schaum bewährt. Diese stützen den Kopf punktgenau, ohne Druck auf den Kiefer auszuüben. Wichtig: Das Kissen sollte nur unter den Nacken und den Kopf, nicht unter die Schultern!
Die psychologische Vorbereitung
Schlaf ist die Zeit der Verarbeitung. Wenn Sie mit kreisenden Gedanken ins Bett gehen, wird Ihr Kiefer diese Last nachts „zerkauen“. Etablieren Sie ein Abendritual: Verzichten Sie auf Blaulicht (Smartphone), praktizieren Sie eine kurze Meditation oder führen Sie die oben genannte Zungen-Übung durch, bevor Sie einschlafen. Ein entspannter Übergang in den Schlaf ist die beste Prophylaxe gegen nächtlichen Bruxismus.
