
Verklebungen im Fasziensystem als Schmerzquelle
Nach Operationen im Kopf-Hals-Bereich – wie etwa der Entfernung der Mandeln, Schilddrüsen-OPs oder auch Weisheitszahn-Extraktionen – entstehen Narben. Was viele Patienten nicht wissen: Eine Narbe endet nicht an der Hautoberfläche. Das Narbengewebe (Fibrose) zieht sich tief in das darunterliegende Bindegewebe und die Faszien. Diese „Verwachsungen“ sind unelastisch und können wie ein zu enges T-Shirt an entfernten Strukturen ziehen.
Die Fernwirkung von Narbenzug
Eine Narbe am Hals kann beispielsweise permanenten Zug auf das Zungenbein ausüben. Da das Zungenbein die mechanische Verbindung zwischen Kiefer und Brustkorb darstellt, wird der Unterkiefer durch diesen Narbenzug unbemerkt in eine Fehlposition gebracht. Der Patient spürt dies als Kieferklemme, Schluckbeschwerden oder einseitige Kieferschmerzen, ohne dass ein Problem an den Zähnen vorliegt.
Narbenentstörung: Sanfte Techniken mit großer Wirkung
In der Manuellen Therapie und Osteopathie gibt es spezielle Techniken zur Narbenmobilisation. Dabei wird das Gewebe schrittweise gedehnt und von den darunterliegenden Schichten gelöst. Oft verbessert sich die Mundöffnung unmittelbar nach einer erfolgreichen Narbenbehandlung. Auch die Neuraltherapie (Unterspritzung der Narbe mit Lokalanästhetika) kann helfen, „stumme“ Störfelder zu deaktivieren.
Worauf Sie achten sollten
- Narbenpflege: Massieren Sie frische Narben nach Rücksprache mit dem Arzt mit speziellen Salben.
- Ganzheitliche Anamnese: Erwähnen Sie bei Ihrem CMD-Spezialisten alle Operationen, auch wenn sie Jahre zurückliegen.
- Frühe Mobilisation: Je früher eine Narbe fachgerecht behandelt wird, desto geringer ist das Risiko für spätere CMD-Symptome.
