CMD kurz erklärt: Craniomandibuläre Dysfunktion und ihre erfolgreiche Therapie

Weg mit dem Schmerz! - Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) erfolgreich behandeln

Patienten bekommen Hilfe bei unklaren Kopf- und Rückenschmerzen

„Motorradfahren war immer mein Leben. Bis ich vor drei Jahren immer mal Schwindelanfälle hatte. Natürlich habe ich die nicht gleich ernst genommen. Eines Tages fand ich mich auf gerader Strecke im Straßengraben wieder und wusste nicht warum. Seitdem habe ich viele Ärzte aufgesucht und nur kurzzeitig eine leichte Besserung erfahren. Meine Maschine war natürlich tabu. Vor einem halben Jahr landete ich bei Dr. Köneke als Zahnarzt und erzählte beiläufig meine Geschichte. Mein falscher Biss war Schuld. Gemeinsam mit dem Orthopäden, der Physiotherapeutin und der Schienenbehandlung von Dr. Köneke habe ich mir jetzt mein Leben zurückgeholt. Ich kann wieder auf meine Maschine…“, Silke S. hatte eine CMD, die noch relativ zeitnah erkannt wurde. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das Wortmonster „Craniomandibuläre Dysfunktion“, salopp übersetzt: „Zwischen Schädel bzw. Ober- und Unterkiefer stimmt etwas nicht.“

Wechselwirkung: Falscher Biss und krummer Rücken

„Oft stimmt bei diesen Patienten der Biss nicht, passen Ober- und Unterkiefer entweder nach zahnärztlicher oder kieferorthopädischer Behandlung oder eben einfach von Natur aus nicht zusammen.“ so der Bremer Zahnarzt und CMD-Spezialist Dr. Christian Köneke und ergänzt: „80 Prozent der Bundesbürger, haben diese so genannte Fehlbisslage. „Zum Glück sind davon nur 5 Prozent von Schmerzen betroffen, für diese Patienten bedeutet das jedoch betroffen zu sein von der teils sehr komplexen Symptomatik.

Frauen viel häufiger betroffen

Mit einem Anteil von 80 Prozent sind deutlich mehr Frauen von der CMD betroffen, wofür es auch Erklärungsmuster in der CMD-Forschung gibt. „In der Altersverteilung gibt es zwei Höhepunkte, wobei einer in der Altersgruppe um die 30 Jahre ist und einer um die 50 Jahre.“, erläutert Köneke. Männer seien hingegen oft meist so unaufmerksam gegenüber den ersten Signalen, die ihr Körper sendet, dass sie oft erst einen Tinnitus, also bleibende Ohrgeräusche, als Symptom wahrnehmen.

Oft lange Leidensgeschichte

Dr. Köneke weiß: „Ganz typisch ist leider die oft sehr lange Leidensgeschichte, wenn die Betroffenen zum ersten Gespräch kommen. Jahrelange Schmerzen, Schwindel oder auch Tinnitus, also ständige Geräusche im Ohr, bringen viele Patienten an den Rand der Existenz. Berufs- oder Beziehungsunfähigkeit sind nur einige Aspekte einer derartig eingeschränkten Lebensqualität.“ Ein anderer Weg in die CMD führt über Probleme in der Ganzkörperstatik, die z.B. durch Blockierungen in der Wirbelsäule, langjährige Fehlhaltungen, alte Unfälle oder sogar durch eine falsche Brille erzeugt werden können.


Genaue Diagnostik ist erster Schritt zum Erfolg

Angesichts dieser Fülle an Ursachen und Symptomen ist klar, das CMD nicht nur ein leeres Wortmonster ist, sondern auch in der Realität so viele Gesichter hat, dass oft ein Arzt allein nicht die richtige Diagnose stellen und fast nie allein therapieren kann. Hier sind optimal aufeinander abgestimmte Ärzteteams in örtlichen Netzwerken gefragt, die jenseits von Kompetenzgerangel patientenbezogen miteinander arbeiten und trotz hochgradiger fachlicher Spezialisierung eine gemeinsame Sprache sprechen. Dafür bedarf es Veranstaltung und Fortbildungen, die Ärzte und Zahnärzte gemeinsam besuchen. Bei Köneke werden die Patienten zunächst genau befragt, auch um Doppelbehandlungen zu vermeiden, dann erfolgt die Untersuchung per Hand, also manuell. „Man kann zunächst mit seinen Händen teils schneller und besser, aber mindestens genauso effektiv und präzise, die richtige Diagnose stellen und dann von den nötigen anderen Fachdisziplinen weitere Befunde einholen.“, erläutert Dr. Köneke, der in regelmäßigem Austausch mit diesen Kollegen des ständig wachsenden Bremer Netzwerkes steht. Die Leitung der Therapie liegt in der Verantwortung des Erstbehandlers, damit die Patienten sich nur auf einen Ansprechpartner einstellen müssen.


Hohe Erfolgsquote bei konsequentem Therapieplan

„85 Prozent der betroffenen Patienten haben innerhalb von vier Wochen nach Behandlungsbeginn eine deutliche Besserung oder Beseitigung der Beschwerden.“, bestätigt Köneke, was auch andere Ärzte in ihren Netzwerken erfahren haben. Bei falscher Bisslage, wird zunächst mit einer Schiene gearbeitet, die jedoch sehr viel aufwändiger als die herkömmliche Knirscherschiene ist. Diese Schiene ist herausnehmbar, verändert zunächst nicht die Zähne, gibt dafür aber Lebensqualität zurück. Seit über zehn Jahren therapiert Köneke diese CMD-Patienten in einem Netzwerk mit ärztlichen Kollegen und gibt diese Erkenntnisse an andere Kollegen auf Fortbildungen weiter. „Mein Ziel ist es immer gewesen, möglichst viele Betroffenen an ein speziell dafür ausgebildetes Ärzteteam zu vermitteln. Das geht am besten in Netzwerken und durch Auffindbarkeit der Therapeuten.“, sagt der Spezialist, der für die zertifiziert fortgebildeten Kursteilnehmer ein Therapeuten-Such-Register unter www.cmd-therapie.de eingerichtet hat und auch als Gründungsmitglied des deutschlandweiten CMD-Dachverbandes (www.cmd-dachverband.de) sehr viel für die Bekanntheit der CMD-Problematik tut. Denn aktuell sind Patienten mit folgender Situation konfrontiert: Es gibt nur wenig spezialisierte Therapiezentren (meistens nur ein bis zwei pro Großstadt) und diese sind für Patienten oft schwer zu finden. Nur eine fundierte fachübergreifende Behandlung mit sehr gut aufeinander abgestimmten Netzwerken von CMD-Spezialisten (Ärzte, Zahnärzte, spezialisierte Physiotherapeuten, Osteopathen u.v.a.) bringt den Patienten langfristig Erfolge. Deren Auffindbarkeit ist aber nicht immer optimal. Um diese Lücke für Patienten und Ärzte zu schließen, führen wir ein Therapeutenregister, über das Sie nach verschiedenen Kriterien Ihren Therapeuten finden können.